Love it, change it or leave it.

In jeder Situation unseres Lebens haben wir grundsätzlich 3 Möglichkeiten, damit umzugehen:

Lieben, verändern oder verlassen.

Ist das nicht großartig?!

Eine andere Sache und die eigentliche Herausforderung ist, herauszufinden und sich zu entscheiden, was für mich ganz persönlich in der jeweiligen Situation das Mögliche und Richtige ist. Nicht umsonst gibt es ja das bekannte Gelassenheitsgebet des US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Supervision und Coaching kann dabei helfen zu erkunden, was für Sie im Moment das Mögliche und Richtige ist im Sinne von „für Sie passend und stimmig“.

Nehmen wir z.B. die Kollegin, die Ihnen das Leben schwer macht. Gemeinsam mit ihrem Coach könnten Sie schauen:

Welche Möglichkeiten gibt es, die Situation zu ändern?
Wollen Sie mit der Kollegin reden, ihr erklären, was ihr Verhalten bei Ihnen bewirkt und sich von ihr ein anderes Verhalten wünschen?
Oder wie könnten Sie Ihr eigenes Verhalten ändern? Geht es darum, sich mehr zur Wehr zu setzen, die eigenen Grenzen deutlicher zu ziehen, mit mehr Humor auf die Angriffe der Kollegin zu reagieren und ihr damit den Wind aus den Segeln nehmen oder …

Oder – wenn Sie keine Möglichkeit für eine Veränderung sehen: Auf welchen Wegen ließe sich die belastende Situation verlassen?

Wäre es denkbar, die Abteilung zu wechseln? An wen können Sie sich dafür wenden?
Oder steht am Ende vielleicht sogar an, den Job zu kündigen? Wie fühlt sch diese Vorstellung an? Welche Konsequenzen hätte eine solche Entscheidung?

Und schließlich: (Wie) könnten Sie die Situation lieben lernen?

Was hieße in diesem Fall überhaupt „lieben“? Zumeist geht es dabei  ja darum „anzunehmen“. „Ja“ zu sagen zu einem Umstand, den ich weder verändern noch verlassen kann oder will. Das mag sich manchmal vielleicht wie eine Niederlage anfühlen. Aber tatsächlich zeugt ein solches Annehmen meiner Meinung nach von großer menschlicher Reife, beende ich doch damit selbstbestimmt mein Leiden. Denn Leiden erwächst aus dem Widerstand gegen das, was ist. Gebe ich meinen Widerstand auf und setze an seine Stelle das Annehmen, hört das Leiden auf – oder wird zumindest weniger. Insofern ist das Lieben oder Annahmeneigentlich auch ein Verändern. Sie verändern Ihr Haltung zu der Situation und damit die Situation selbst.

Verändern, verlassen, lieben, was mich ärgert, belastet, traurig, wütend, hilflos macht – natürlich ist das alles sehr viel leichter gesagt als getan. Aber es lohnt sich, sich diese 3 Optionen immer wieder bewusst zu machen. Und immer öfter vielleicht mal auszuprobieren: Wie ist das, wenn ich mich für das Lieben, für das Annehmen entscheide?
Denn oft genug bleibt einem ja schlicht nichts anderes übrig, wie die nachfolgende Geschichte beschreibt. Und bei genauer Betrachtung erweist sich manches vermeintliche Unkraut sogar als hübsches kleines Pflänzchen, das die Blumenwiese meines Lebens noch bunter und vielfältiger macht.

Ich wünsche Ihnen den für Sie richtigen Umgang mit dem Löwenzahn in Ihrem Leben!

 

Der Löwenzahn

Ein Mann beschloss, einen Garten anzulegen. Also bereitete er den Boden vor und streute den Samen Lovet, leave it, change itwunderschöner Blumen aus.
Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. Da versuchte der Man mit mancherlei Methoden, des Löwenzahns Herr zu werden. Weil aber nichts half, reiste er in die ferne Hauptstadt, um dort den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise alte Gärtner, der schon manchen Park angelegt und immer bereitwillig Rat erteilt hatte, gab ihm umfangreich Auskunft, wie er den Löwenzahn loswerden könne. Aber alles, was der Hofgärtner aufzählte, hatte der Fragende schon selbst probiert.
So saßen die beiden eine Zeitlang schweigend zusammen, bis am Ende der Hofgärtner den ratlosen Mann schmunzelnd anschaute und sagte: „Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genutzt hat, dann gibt es nur noch einen Ausweg: Lerne den Löwenzahn zu lieben.

(Unbekannter Verfasser)

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