Wärme statt Zwang

Im April waren wir mit Freunden im Urlaub in Griechenland. In dem beeindruckenden und für seine in Felsen geschlagenen Klöster bekannten Meteora gab es viele Schildkröten.

Immer wieder kam irgendeiner der Mitreisenden auf die Idee, dass gerade entdeckte Tier hochzuheben – z.B. um ein Foto zu machen – und versuchte dann, es durch verschiedenste Bemühungen dazu zu bewegen, aus seinem schützenden Panzer hervorzukommen, in den es sich bei der ersten Berührung verzogen hatte. Dabei fiel mir die folgende Geschichte ein, die ich heute gerne mal ohne weitere Erläuterungen einfach so stehen lassen möchte.

 

Der bessere Weg

Ein kleiner Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen. Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihren Panzer zurück und der Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen. Der Großvater hatte ihm zugesehen und hinderte ihn daran, das Tier weiter zu quälen.

„Das ist falsch“, sagte er, „komm‘ ich zeig‘ dir wie man das macht.“ Er nahm die Schildkröte mit ins Haus und setzte sie auf den warmen Kachelofen. In wenigen Minuten wurde das Tier warm, steckte seinen Kopf und seine Füße heraus und kroch auf den Jungen zu.

„Menschen sind manchmal wie Schildkröten“, sagte der Mann. „Versuche niemals jemanden zu zwingen. Wärme ihn nur mit etwas Güte auf und er wird seinen Panzer verlassen können.“

(Quelle: www.lichtkreis.at)

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